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Verfahrensmechaniker/in - Hütten-/Halbzeugindustrie

Tätigkeiten und Ausbildungsinhalte

Aus Eisen machst du flüssigen Stahl

Als Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie sind Hochöfen, Walzwerke und Pressen deine Arbeitswerkzeuge! Aus Erz machen diese schweren Geräte Roheisen und daraus dann Stahl – aber erst, wenn du sie entsprechend programmiert hast.

Du wolltest immer schon wissen, wie Stahl entsteht? Als Verfahrensmechaniker oder Verfahrensmechanikerin bist du dafür verantwortlich! In Hochöfen schmilzt du Eisenerz zu Roheisen - und das bei 1500°C!

Aber keine Sorge, du steuerst die hochmodernen, vollautomatisierten Anlagen und bewahrst dabei einen kühlen Kopf. Damit die Qualität stimmt, entnimmst du zwischendurch Proben. Das Roheisen wird dann im Stahlwerk weiterverarbeitet. Denn ohne Stahl geht heute nichts mehr – sei es bei Werkzeugen, Autos, Schiffen oder Flugzeugen.

Das lernst du in der Ausbildung

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

Mit 1500°C in den Job!

In deiner 3 ½ –jährigen Ausbildung zum Verfahrensmechaniker lernst du in Betrieb und Berufsschule alles, was du später im Beruf können musst. Dabei kannst du dich auf verschiedene Fachrichtungen spezialisieren: Eisen- und Stahl-Metallurgie, Nichteisen-Metallurgie, Nichteisen-Umformung sowie Stahl-Umformung. Deine Ausbildungsinhalte unterscheiden sich dann je nach Schwerpunkt.

Diese Dinge stehen auf jeden Fall auf deinem Lehrplan:

  • Du lernst alle Techniken, die du brauchst, um Werkstücke zu bearbeiten (Spanen, Trennen, Umformen etc.).
  • Du lernst die metallurgischen Verfahren kennen, mit denen Eisen, Stahl und Nichteisenmetalle hergestellt werden und weißt, welche Produkte woraus bestehen.
  • Du kennst bald alle Grundlagen der der Metallverarbeitung und -bearbeitung und der Elektronik und Mikroelektronik.
  • Du weißt, wie Produktionsanlagen gesteuert werden, erkennst Störungen und beseitigst diese.

Erfüllst du die Voraussetzungen?

Spaß an der Arbeit mit Maschinen

Handwerkliches Geschick ist Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker. Du benötigst es zum Beispiel zum Einrichten der Hoch- und Schmelzöfen. Und natürlich sollte körperliche Arbeit für dich kein K.O.-Kriterium sein.

Du bist fit in Mathe und Physik? Perfekt! Denn auch die Berechnung von Mischungsverhältnisse und die Erstellung technischer Unterlagen zählt zu deinen Aufgaben.

Außerdem solltest du diese Voraussetzungen erfüllen:

  • Du interessierst dich für alles, was mit Technik zu tun hat – so fällt dir die Fehlerbehebung bei Maschinen leicht.
  • Du kannst dich für längere Zeit konzentrieren - schließlich überwachst du Anlagen über einen längeren Zeitraum. Trotzdem reagierst du schnell, sollte einmal eine Störung auftreten.
  • Unternehmen erwarten von dir einen guten Haupt- oder Realschulabschluss.
  • Du bist körperlich topfit.

Weiterbildung und Perspektiven

Meister, Techniker & Co.

Wenn du nach deiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker noch nicht genug hast, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit denen du dich und dein berufliches Know-How noch weiterentwickeln kannst. Egal, ob mit internen Schulungen deines Unternehmens oder mit Weiterbildungen, die auf die Übernahme einer Führungsposition ausgerichtet sind.

Ein paar Möglichkeiten haben wir hier für dich aufgelistet:

Weiterbildung im Unternehmen

Nach deiner Ausbildung ist noch lange nicht Schluss! Im Gegenteil -  dein Unternehmen bietet dir die Möglichkeit, dich fortzubilden oder auf bestimmte Fachgebiete zu spezialisieren. Zum Beispiel auf die Produktion, Qualitätssicherung oder die Wartung und Instandhaltung.

Industriemeister Fachrichtung Metall

Als Industriemeister oder Industriemeisterin der Fachrichtung Metall, Gießerei oder Hüttentechnik hast du Aussicht auf Fach- und Führungsaufgaben in der Metallindustrie oder Gießereien. Hier sorgst du dafür, dass die Produktionsziele erreicht werden.

Techniker Fachrichtung Maschinentechnik

Eine Alternative zum Meister ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Fachrichtungen, zum Beispiel Werkstofftechnik, Gießereitechnik oder Maschinentechnik. Die Weiterbildung dauert 2 Jahre in Vollzeit und 3-4 Jahre in Teilzeit.

Studium

Auch nach der Ausbildung kann für dich noch ein Studium in Frage kommen. Voraussetzung ist (Fach-)Abitur – manchmal ist dies nicht nötig, zum Beispiel, wenn du bereits eine Weiterbildung zum Meister gemacht hast. Wie wäre es mit einem Bachelorabschluss im Fach Metallurgie, Materialwissenschaft oder Werkstoffwissenschaft?

Dein Gehalt als Verfahrensmechaniker

So viel verdienst du

Du möchtest schon in deiner Ausbildung als Verfahrensmechaniker oder Verfahrensmechanikerin gut verdienen? Dann bist du in der Metall- und Elektro-Industrie genau richtig! Bereits während der Ausbildungszeit ist das Gehalt hier höher als in vielen anderen Branchen.

Die Höhe deines Gehaltes ist abhängig von der Region in der du arbeitest und davon, ob dein Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. Als Anhaltspunkt beziehen wir uns hier auf den Verdienst im Tarifbezirk NRW. Dort liegt dein Gehalt als Verfahrensmechaniker im ersten Ausbildungsjahr bei über 900 Euro. Im dritten Ausbildungsjahr steigt es auf 1.036 Euro. Als Verfahrensmechaniker im ersten Berufsjahr verdienst du etwa 2.982 Euro (inkl. Leistungszulage).

Auch nach deiner Ausbildung ist der Verdienst in der Metall- und Elektro-Industrie meist höher, als in anderen Branchen. Eine wichtige Rolle dabei spielen natürlich deine Berufserfahrung und Verantwortlichkeit. Denk daran, dass von deinem Brutto-Gehalt noch Abzüge für Steuern und Sozialversicherungsabgaben heruntergehen. Was dann übrig bleibt und dir ausgezahlt wird, ist dein Netto-Gehalt.