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Mikrotechnologe/in

Tätigkeiten und Ausbildungsinhalte

Aus winzigen Chips werden Datenspeicher

Smartphones, Computer und Autos funktionieren mit Hilfe winzig kleiner Mikrochips. Als Mikrotechnologe oder Mikrotechnologin stellst du genau diese Mikrochips und Mikrosysteme für elektronische Bauteile her. Je nach deinem Interesse kannst du dich auf die Schwerpunkte Halbleitertechnik oder Mikrosystemtechnik spezialisieren.

Beim Schwerpunkt Halbleitertechnik stellst du Baugruppen von Mikrochips aus Silizium her. Du ätzt Löcher und Rillen in feine Siliziumscheiben, bringst Metallkontakte an und führst chemische Reaktionen durch.

Spezialisierst du dich auf Mikrosystemtechnik, ist es deine Aufgabe, diese Baugruppen zu funktionierenden Systemen zusammenzubauen. Du stellst dann z.B. Sensoren her, die Airbags bei einem Aufprall aufblasen.

In diesem Job ist absolutes Fingerspitzengefühl gefragt, schließlich geht es um Flächen, die kaum größer als ein Haardurchmesser sind. Ebenso wichtig: Dein Arbeitsplatz muss stets sauber und staubfrei sein, denn bereits ein Staubkörnchen kann den Mikrochip zerstören.

Das lernst du in der Ausbildung

Ausbildung zum Mikrotechnologen

Dank dir laufen Smartphone und Laptop

Kaum zu glauben, wie viele Informationen auf einen kleinen Mikrochip passen! Damit das funktioniert, ist all dein Know-how und handwerkliches Geschick gefragt! In deiner 3-jährigen Ausbildung lernst du nicht nur, wie du Mikrosysteme oder Halbleiter herstellst. Auch wie du technische Unterlagen liest und anwendest, steht auf dem Programm.

Außerdem lernst du in deiner Ausbildung diese Dinge:

  • sicherstellen, dass Reinraumbedingungen herrschen und diese prüfen
  • Produktionseinrichtungen prüfen und instand halte
  • haarfeine Reinigungs- und Ätzprozesse durchführen oder Siliziumscheiben voneinander trennen
  • im Team Messergebnisse analysieren und dir Verbesserungsmöglichkeiten überlegen
  • Messungen und Belastungstests durchführen

Ausbildungsvoraussetzungen

Hier ist Präzision gefragt!

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung zum Mikrotechnologen ist, dass du sauber und präzise arbeitest und dich gut konzentrieren kannst. Gute Kenntnisse in Mathe, Physik und Chemie sind für diesen Beruf ebenfalls sehr wichtig. Sie helfen dir dabei, Spannungen und Widerstände zu messen und Messreihen auszuwerten.

Darüber hinaus solltest du diese Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllen:

  • Du arbeitest gerne mit moderner Technik und verstehst etwas davon.
  • Du bist handwerklich geschickt und hast ein gutes Auge - schließlich arbeitest du mit winzig kleinen Baugruppen!
  • Du hast ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, das hilft dir bei der Umsetzung technischer Zeichnungen.
  • Du bist ein guter Teamplayer.
  • Unternehmen bevorzugen Bewerberinnen und Bewerber mit gutem Abitur oder Fachabitur.

Weiterbildung und Perspektiven

Meister, Techniker & Co

Als Mikrotechnologe/in arbeitest du in einer zukunftsorientierten Branche. Deine Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Von modernsten Unternehmen aus der Automobil- oder Maschinenbaubranche bis hin zu Entwicklungs- und Forschungslabors stehen dir alle Türen offen. Damit dies so bleibt ist es wichtig, dass du deine Kenntnisse auch nach der Ausbildung stets erweiterst. Hier eine Auswahl deiner Weiterbildungsmöglichkeiten:

Anpassungsweiterbildungen

Anpassungsweiterbildungen helfen dir dabei, dein berufliches Wissen up to date zu halten. Du kannst dich zum Beispiel auf bestimmte Bereiche spezialisieren, wie die Mikro-, Nano- und Halbleitertechnologie, die Mechatronik oder die Informations- und Kommunikationstechnik.

Industriemeister Fachrichtung Elektrotechnik

Einen großen Schritt auf der Karriereleiter gehst du mit der Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Elektrotechnik. Nach deiner Weiterbildung bist du für die Planung und Koordination von Arbeitsabläufen zuständig. Du überwachst und optimierst Fertigungsprozesse, leitest Fachkräfte an und bist auch für die betriebliche Ausbildung verantwortlich.

Techniker Fachrichtung Mikrosystemtechnik

Eine Alternative zum Meister ist die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Mikrosystemtechnik. Als Staatlich geprüfter Techniker oder Staatlich geprüfte Technikerin wirkst du bei der Entwicklung von mikrosystemtechnischen Produkten mit und überwachst und steuerst die Produktion der entsprechenden Bauteile. Die Weiterbildung dauert 2 Jahre in Vollzeit und 3-4 Jahre in Teilzeit.

Studium

Nach der Ausbildung noch ein Studium? Warum nicht! Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Studium sogar ohne (Fach-)Abitur möglich, zum Beispiel, wenn du bereits eine Weiterbildung zum Meister gemacht hast. Ansonsten gilt: Mit Fachabitur oder Abitur erfüllst du die Voraussetzungen für ein Studium. In Frage kommen unter anderem die Studienfächer Mikrotechnik, Nanowissenschaft, Sensortechnik oder Automatisierungstechnik. Hier kannst du dein bereits vorhandenes praktisches Wissen auf akademischer Ebene erweitern. 

Dein Gehalt als Mikrotechnologe

So viel verdienst du

Die Ausbildung zum Mikrotechnologen klingt genau nach deinem Geschmack? Und außerdem möchtest du gut verdienen? Dann bist du in der Metall- und Elektro-Industrie genau richtig! Schon während der Ausbildungszeit ist das Gehalt hier meist höher als in vielen anderen Branchen.

Die Höhe deines Gehaltes kann sich je nach Region unterscheiden. Zudem ist dein Gehalt davon abhängig, ob dein Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt.

Als Anhaltspunkt beziehen wir uns hier auf den Verdienst eines Mikrotechnologen im Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen. Dort liegt dein Gehalt im ersten Ausbildungsjahr bei über 900 Euro. Im letzten Ausbildungsjahr verdienst du 1.036 Euro. Als Berufseinsteiger kannst du bei Bezahlung nach Tarifvertrag in Nordrhein-Westfalen mit etwa 2.982 Euro rechnen (inkl. Leistungszulage).

Auch nach deiner Ausbildung ist der Verdienst in der Metall- und Elektro-Industrie meist höher, als in anderen Branchen. Dabei spielen natürlich deine Berufserfahrung und Verantwortlichkeit eine große Rolle.