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Gießereimechaniker/in

Tätigkeiten und Ausbildungsinhalte

Gussprodukte herstellen

Ohne Metall geht heute nichts mehr – sei es bei Maschinen, Schiffen oder Autos. Wer als Gießereimechaniker oder Gießereimechanikerin Metallteile herstellt, muss auch bei größter Hitze einen kühlen Kopf bewahren. Denn dein Job ist es, aus heißem Metall Gussprodukte zu schmelzen und neu zu formen.

Die Formen für die Metallteile stellst du entweder per Hand oder maschinell her. Aber keine Angst: den eigentlichen Gussvorgang übernehmen in jedem Fall hochmoderne Gießereianlagen, die du programmierst und bedienst. In der Ausbildung lernst du, wie das geht. Nach dem Erkalten der Metallteile trennst du die Rohlinge heraus, prüfst sie auf Qualität und bereitest sie für die weitere Verarbeitung vor. Teamarbeit wird in diesem Job groß geschrieben!

Ausbildung zum Gießereimechaniker

Du hast die Wahl zwischen 6 Fachrichtungen

Die Ausbildung zum Gießereimechaniker oder zur Gießereimechanikerin dauert 3 ½ Jahre. In den ersten zwei Ausbildungsjahren lernen alle Auszubildenden die gleichen Inhalte:  

  • Metalle und deren Eigenschaften
  • Grundlagen und -techniken der Metallver- und -bearbeitung und des Formens und Schmelzens
  • Gussformen per Hand oder maschinell herstellen
  • Produktionsanlagen bedienen und überwachen

Im dritten Ausbildungsjahr kannst du dann zwischen sechs Fachrichtungen wählen:

  • Druck- und Kokillenguss: Mit Hilfe von wiederverwendbaren Gussformen stellst du aus flüssigem Metall Gussstücke im Druck-, Kokillen- oder Stranggussverfahren her.
  • Handformguss: Hier geht es um echte Handarbeit! Du lernst, wie du Gussformen von Hand herstellst und produzierst Gussteile aus Eisen, Stahl oder Nichteisenmetallen in Kleinserien oder als Einzelstücke.
  • Maschinenformguss: In der Fachrichtung Maschinenformguss geht es vor allem um die Überwachung der Maschinen und Anlagen beim Gießen von Werkstücken.
  • Feinguss: Du stellst kleine Gussteile mit hoher Maßgenauigkeit im Wachsausschmelzverfahren her. 
  • Schmelzbetrieb: Hier geht es darum, Schmelzebehandlung und Schmelzereinigung durchzuführen.
  • Kernherstellung: Du dosierst Form- und Hilfsstoffe und richtest Kernschießmaschinen ein.

Ausbildungsvoraussetzungen

Hier ist Konzentration gefragt

Eine Grundvoraussetzung für die Ausbildung ist, dass du körperlich topfit bist und dir große Hitze nichts ausmacht. Denn in Gießereien kann die 50 Grad Marke locker mal überschritten werden. Außerdem solltest du natürlich handwerklich geschickt sein und Spaß an praktischer Arbeit haben.

Mit diesen Fähigkeiten und Talenten bist du für die Ausbildung geeignet:

  • Du hast gute Noten in Mathe und Physik und kennst dich auch in Chemie aus.
  • Du hast Spaß an technischen Geräten und verstehst etwas von Maschinen.
  • Du bist ein echter Teamplayer
  • Du kannst dich für längere Zeit konzentrieren und bist aufmerksam.
  • Unternehmen stellen dich bevorzugt mit einem guten Haupt- oder Realschulabschluss ein.

Weiterbildung und Perspektiven

Und nach der Ausbildung?

Als Gießereimechaniker/in findest du vorwiegend Beschäftigung in der Gießerei. Du kannst aber auch in Betrieben der Hütten- und Stahlindustrie arbeiten oder bei Automobil-Zulieferern mit Werksgießereien und Maschinenbau-Betrieben. Um up to date zu bleiben und auf der Karriereleiter nach oben zu klettern, hilft eine Weiterbildung! Du hast unter anderem diese Möglichkeiten:

Weiterbildung im Unternehmen

Dein Unternehmen bietet dir die Möglichkeit, dich jederzeit fortzubilden oder auf bestimmte Fachgebiete zu spezialisieren. So hältst du dein Wissen auf dem neuesten Stand und treibst deine Karriere voran.

Industriemeister Fachrichtung Gießerei

Nach abgeschlossener Weiterbildung zum Industriemeister der Fachrichtung Gießerei kannst du Fach- und Führungsaufgaben in Gießereien übernehmen. In der Produktion und Fertigung sorgst du dann dafür, dass Produktionsziele erreicht werden und die Qualität der Produkte stimmt.

Techniker Fachrichtung Gießereitechnik

Nach einer Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Gießereitechnik bist du in der Lage, die Abläufe und technischen Prozesse in Produktionsabteilungen von Gießereibetrieben zu steuern.  

Studium

Ein Studium eröffnet dir ganz neue Karrierechancen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es sogar ohne (Fach-)Abitur möglich, zum Beispiel, wenn du bereits eine Weiterbildung zum Meister gemacht hast. Wie wäre es mit einem Bachelorabschluss im Maschinenbau, Metallurgie oder Hüttenwesen?

Dein Gehalt als Gießereimechaniker

So viel verdienst du in der Ausbildung

Die genannten Ausbildungsinhalte entsprechen genau deinen Vorstellungen und du möchtest außerdem noch gut verdienen? Dann bist du in der Metall- und Elektro-Industrie genau richtig! Schon während der Ausbildungszeit ist das Gehalt hier höher als in vielen anderen Branchen.

Die Höhe deines Gehaltes kann sich je nach Region unterscheiden. Als Anhaltspunkt beziehen wir uns hier auf den Verdienst im Tarifbezirk NRW. Dort liegt dein Gehalt als Gießereimechaniker im ersten Ausbildungsjahr bei über 900 Euro. Im dritten Ausbildungsjahr liegst du bei etwa 1.036 Euro. Als Berufseinsteiger kannst du bei Bezahlung nach Tarifvertrag in Nordrhein-Westfalen mit etwa 2.982 Euro rechnen (inkl. Leistungszulage).

Auch nach deiner Ausbildung ist der Verdienst in der Metall- und Elektro-Industrie meist höher, als in anderen Branchen. Was genau du verdienst, wird im Rahmen von Tarifverträgen geregelt. In manchen Gebieten gelten diese allerdings nicht – hier musst du deinen Lohn individuell mit dem Arbeitgeber aushandeln.

Denk daran, dass von deinem Brutto-Gehalt noch Abzüge für Steuern etc. abgehen. Was dann übrig bleibt, ist dein Netto-Gehalt.