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Steuererklärung als Azubi

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Steuererklärung als Azubi

Redaktion | 6. Feb 2017 | Kategorien: Ausbildung | TAGs: Steuererklärung
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Azubis müssen keine Steuererklärung abgeben – können es aber freiwillig tun. Wann sich das lohnt, erfährst du hier.

Was ist eigentlich eine Steuererklärung?

Eine Steuererklärung ist eine Art Abrechnung des Steuerzahlers mit dem Finanzamt. Du gibst darin deine steuerpflichtigen Einnahmen an und die Ausgaben, die deine Steuerlast mindern. Aus diesen Angaben errechnet das Finanzamt, wie viel Steuern du genau zahlen musst und verrechnet diese mit den schon gezahlten Steuern.

Am Ende bekommst du einen Steuerbescheid zugeschickt - die offizielle Berechnung des Finanzamts. Daraus ergibt sich, ob du zu viel Steuern gezahlt hast und Geld zurückbekommst, ob alles auf den Cent genau aufgeht, oder ob du zu wenig Steuern gezahlt hast und nachzahlen musst. 

Wann muss ich Steuern zahlen?

Du zahlst keine Steuern, wenn du

  • weniger als 946 Euro brutto (Steuerklasse I, ledig) im Monat verdienst
  • oder dein Jahreseinkommen unter dem Steuerfreibetrag von 8.652 Euro brutto liegt.

Dein Arbeitgeber führt automatisch von deinem Brutto-Gehalt Lohnsteuer, Kirchensteuer (bei Kirchenzugehörigkeit) und Solidaritätszuschlag ans Finanzamt ab, wenn du

  • mehr als 946 Euro im Monat verdienst.

Das Gehalt, das du dann überwiesen bekommst, ist dein Netto-Gehalt. Also dein Gehalt ohne Steuer.

Als Auszubildende/r kannst du mit einer Steuererklärung das Geld, oder zumindest einen Teil davon, vom Finanzamt zurückbekommen.

Wann muss ich eine Steuererklärung machen?

In diesen Fällen musst du eine Steuererklärung machen:

  • Wenn dein Jahreseinkommen über dem Steuerfreibetrag von 8.652 Euro liegt,
  • wenn das Finanzamt dich dazu auffordert oder
  • wenn du Ausbildungskosten steuerlich geltend machen kannst.

Trifft dies nicht zu, kannst du die Steuererklärung freiwillig machen. In den meisten Fällen lohnt es sich für Auszubildende, da sie einen Großteil der Steuern erstattet bekommen.

Wie entscheidet sich, ob ich zu viel oder zu wenig Steuern gezahlt habe?

In der Steuererklärung gibst du an, wie viele Steuern dir bereits vom Gehalt abgezogen wurden. Außerdem gibst du deine Werbungskosten an. Das sind Ausgaben, die du auf Grund deiner Ausbildung tätigen musstest. Indem du diese Ausgaben auflistest, kannst du dir bereits bezahlte Steuern vom Finanzamt wiederholen.

Welche Kosten zählen zu den Werbungskosten?

Pauschal können Auszubildende 1.000 Euro an Werbungskosten jährlich geltend machen. Die Wenigsten kommen über diesen Betrag - wer die Werbungskosten dennoch einzeln auflisten möchte, kann unter anderem diese Ausgaben anteilig absetzen:

  • Kontoführungsgebühr,
  • Fahrtkosten zum Betrieb und zur Berufsschule,
  • Fachliteratur,
  • Büromaterial,
  • spezielle Arbeitsschuhe und -bekleidung (wenn sie nicht der Arbeitgeber stellt) sowie
  • Übernachtungskosten bei Lehrgängen. 

Welche Infos brauche ich, um die Steuererklärung zu machen?
 

In erster Linie brauchst du eine Steuer-Identifikationsnummer. Wenn du nicht weißt, welche Nummer du hast, kannst du sie dir auf der Website des Bundeszentralamts für Steuern zusenden lassen. Mach es dir einfacher, indem du schon während des gesamten Jahres alle wichtigen Ausgaben notierst und die Belege gut aufhebst, damit du deine getätigten Ausgaben auch belegen kannst. Lege dir dafür am besten einen Ordner am.

Wie funktioniert eine Steuererklärung?

Bei deiner ersten Steuererklärung solltest du dir Hilfe holen. Frag zum Beispiel deine Eltern, ob sie dir helfen können. Das Gute ist: Als Auszubildender kannst du eine vereinfachte Einkommensteuererklärung nutzen - diese ist kürzer und einfacher auszufüllen. Auf nur zwei Seiten musst du allgemeine Angaben wie Adresse oder Religionszugehörigkeit angeben und deine Werbungskosten angeben. Das Formular findest du hier.

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