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Sind Elektroautos die Zukunft? Vorurteile im Faktencheck

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Sind Elektroautos die Zukunft? Vorurteile im Faktencheck

Redaktion | 11. Apr 2020 | Kategorien: Sonstiges | TAGs:
Kommentare (0) | Anzahl der Ansichten (395)

Klimafreundliche Mobilität ist gefragt, doch können sich Elektroautos als Fortbewegungsmittel der Zukunft durchsetzen? Noch immer gelten viele Vorurteile gegenüber den batteriebetriebenen Fahrzeugen. Wir machen den Faktencheck!

2020 ist das Schlüsseljahr in Sachen Elektromobilität. Jetzt greifen erstmals von der EU vorgegebene CO2-Flottengrenzwerte. Jeder Hersteller, der diese Werte nicht einhält, muss ab 2021 Strafzahlungen leisten. Höchste Zeit also für klimafreundliche Fahrzeuge! Aber werden E-Autos jetzt massentauglich?

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland

Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung von Elektromobilität und Elektrofahrzeugen mit großem Engagement voran. Fans der E-Autos steht bereits eine große Vielfalt an Fahrzeugen zur Auswahl – 57 Modelle sind es aktuell alleine von deutschen Automobilherstellern. Rund 308.000 Elektroautos wurden bis zum 01.01.2020 neuzugelassen – da ist noch Luft nach oben! Einige Vorurteile rund um Reichweite, Preis und Rohstoffgewinnung für Batterien halten sich beharrlich. Wir gehen ihnen auf den Grund. 

1. Klimaschutz: Sind Elektroautos umweltfreundlicher als herkömmliche Autos?

Elektroautos erzeugen im Gegensatz zu Autos mit Verbrennungsmotor keine direkten Emissionen und werden deshalb als emissionsfrei bezeichnet. Doch natürlich entstehen auch bei der Stromproduktion CO₂-Emissionen sowie Schadstoffe, die einberechnet werden müssen. Hinzu kommen die CO₂-Emissionen, die bei der Produktion des jeweiligen Fahrzeugs anfallen. Hier fällt insbesondere die energieaufwendige Produktion der Batteriezellen ins Gewicht. Nach Fahrleistungen von 50.000 bis 100.000 Kilometern kann das Elektroauto den dadurch entstehenden CO₂-Nachteil gegenüber Autos mit Verbrennungsmotor wieder ausgleichen. Das ergibt die CO₂-Bilanz des ADAC.

 

Faktencheck: Nach einer gewissen Fahrleistung sind Elektroautos umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotoren. 


 

2. Reichweite: Wie weit reicht die Batterie eines Elektroautos?

 

Eines der großen Vorurteile, mit dem die Hersteller von E-Autos kämpfen müssen, ist die mangelnde Reichweite der Batterie. Dabei wächst die Zahl der Elektroautos, die Reichweiten von 300 bis 400 Kilometern zurücklegen können. So ein Auto bringt dich also mit einer Batterieladung zum Beispiel von Köln nach Bremen. Gleichzeitig wächst das Schnelladenetz und es gibt immer mehr Stationen, an denen du die Autobatterie während einer kurzen Pause schnell wieder aufladen kannst. Während du das Auto zuhause am besten über Nacht an den Strom hängst, braucht es an einer öffentlichen Schnellladestation 30-60 Minuten. So können auch längere Strecken immer besser mit Elektroautos zurückgelegt werden. Und für die Fahrt zur Arbeit und zurück reicht die Batterieladung allemal.

 

Faktencheck: Die Reichweite der Elektroautos wird immer größer, das Schnellladenetz wächst ebenfalls und bietet schnelles Aufladen während einer kurzen Rast. Mangelnde Reichweite ist also kein Grund, der gegen den Kauf eines E-Autos spricht.


 

3. Kosten: Sind E-Autos teurer als Autos mit Verbrennungsmotor?

 

Die Anschaffungskosten für Elektroautos sind definitiv höher als die für Autos mit Verbrennungsmotor. Nimmt man jedoch die gesamten Betriebskosten unter die Lupe, also auch Steuern, Versicherung, Wartung und Energiekosten, fahren einige E-Autos pro Kilometer schon günstiger als ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor.

 

Faktencheck: Ein Elektroauto kann sich durchaus rechnen, insbesondere, wenn man viel fährt und über günstigen Ladestrom verfügt. 


4. Aufladen: Gibt es bereits genug Ladesäulen für E-Autos?

 

In den letzten Jahren wurden hohe Summen an Fördergeldern in den Aufbau der Ladeinfrastruktur investiert – insbesondere in die Schnellladeinfrastruktur. So gibt es inzwischen ein in Stadt und Land ausgebautes Ladenetz. Dieses muss mit der wachsenden Anzahl der Elektrofahrzeuge erweitert werden, damit keine Engpässe entstehen.

 

Faktencheck: Es gibt noch nicht so viele Ladesäulen, wie Tankstellen, aber genug für die bislang fahrenden Elektro-Autos.


5. Rohstoffgewinnung: Werden die Rohstoffe für Batterien unter unsauberen Bedingungen gewonnen?

Die Förderung der Rohstoffe für den Bau von Elektroautos ist tatsächlich sowohl mit Umweltproblemen als auch mit sozialen Problemen verbunden. Dazu zählen ein oft hoher Energiebedarf, Konflikte um begrenzte Wasservorkommen sowie nicht vertretbare Arbeitsbedingungen in Minen, zum Beispiel bei der Kobaltförderung. Hier sind die Hersteller von Elektro-Autos gefragt. Denn sie suchen ihre Zulieferer aus, kontrollieren sie und können darauf achten, dass die Rohstoffe für die Batterien von Elektroautos unter sauberen Bedingungen gewonnen werden. So hat BMW beispielsweise ein eigenes Kompetenzzentrum für Akkutechnologie eröffnet, in dem Erkenntnisse gewonnen werden sollen, die zum Beispiel dabei helfen, Materialmengen zu reduzieren. 


Faktencheck: An diesem Vorurteil ist leider etwas dran. Doch achten Hersteller von E-Autos vermehrt auf die Beachtung der Nachhaltigkeit bei ihren Zulieferern. 


Fazit

Elektroautos sind bereits massentauglich. Die Batterien ermöglichen bereits das Zurücklegen längerer Strecken und auch Ladestationen gibt es in der Stadt und auf dem Land. Über einen längeren Zeitraum gefahren, sind die Elektroautos sowohl umweltfreundlicher als auch preisgünstiger als Autos mit Verbrennungsmotor. Was die Gewinnung von Rohstoffen für die Batterien betrifft, müssen die Hersteller sich in die Pflicht nehmen, damit Elektroautos noch sauberer werden.

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