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Muss ich nach der Berufsschule noch in den Betrieb?

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Muss ich nach der Berufsschule noch in den Betrieb?

Redaktion | 20. Okt 2015 | Kategorien: Ausbildung | TAGs: Berufsschule, Arbeitszeit
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Der Berufsschulunterricht findet während der Ausbildung meist an ein bis zwei Tagen pro Woche statt. Aber muss man nach einem sechsstündigen Berufsschultag noch in den Betrieb fahren, um dort zu arbeiten?

Grundsätzlich gilt: Du wirst für die Teilnahme am Berufsschulunterricht vom Ausbildungsbetrieb freigestellt (§ 15 Berufsbildungsgesetz), die Ausbildungsvergütung wird auch für diese Zeit gezahlt. Dies gilt auch für Prüfungen und Schulveranstaltungen.

Beginnt dein Berufsschulunterricht vor 9 Uhr, so ist eine Beschäftigung im Unternehmen an diesem Morgen nicht erlaubt. Für die Arbeit nach der Berufsschule gelten andere Regeln, abhängig davon, wie alt du bist.

Du bist unter 18? Dann musst du den Rest des Tages freigestellt werden, wenn dein Berufsschultag einmal pro Woche länger als 5 Unterrichtsstunden dauert. Dieser Berufsschultag wird dann pauschal mit acht Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet. Hast du zwei Berufsschultage in der Woche, kann es sein, dass du am zweiten Tag auch nach mehr als fünf Unterrichtsstunden anschließend noch im Betrieb arbeiten musst. Dann wird dir die konkrete Zeit in der Schule mit Pausen und dem Weg zum Betrieb angerechnet. Insgesamt darf deine Arbeitszeit pro Woche 40 Stunden / 8 Stunden täglich nicht überschreiten. Steht in deinem Arbeitsvertrag eine geringere Stundenzahl, so gilt diese.

Du bist über 18? Dann kannst du auch nach der Berufsschule noch beschäftigt werden. Die Zeit in der Berufsschule einschließlich der Pausen sowie die Wegstrecke zum Betrieb wird auf deine Arbeitszeit angerechnet. Dabei darf die zulässige tägliche Ausbildungszeit selbstverständlich nicht überschritten werden.

Diese steht in deinem Ausbildungsvertrag und liegt bei acht Stunden täglich. Du darfst an sechs Tagen in der Woche beschäftigt werden, insgesamt also 48 Stunden wöchentlich. Diese Zeit kann auf zehn Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich verlängert werden, aber nur, wenn innerhalb von sechs Monaten im Schnitt nicht mehr als acht Stunden täglich gearbeitet wird.

Egal wie alt du bist: Ist die Zeit, die der Azubi nach der Berufsschule noch im Ausbildungsbetrieb verbringen kann zu kurz, um dem Ausbildungszweck zu dienen - weniger als 30 Minuten -, kann der Ausbilder die Rückkehr des Azubis nicht verlangen.

Achtung: Eine Freistellung für die Berufsschule ist nur dann möglich, wenn sich Unterrichtszeit und Ausbildungszeit überschneiden.

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